Wenn Building Information Modelling (BIM) richtig angewendet, führt zu besseren Projekten. Dieser Newsletter zeigt auf, welchen Beitrag der Investor zum guten Ergebnis beitragen kann.
Als Investor ist die Definition der Rahmenbedingungen des BIM-Projekts vor jeglichem Kontakt mit Architekten und Fachplanern zu empfehlen. Im Sinne einer Projektvorbereitung, ähnlich der von mir propagierten Erstellung einer #Zielanalyse«, sind Anforderungen an die künftigen Projektpartner klar und knapp zu definieren. Damit wird sichergestellt, dass eingeladene Projektpartner von Beginn weg wissen, was sie erwartet und was von ihnen erwartet wird. Ein Aspekt, den ich bei meinem ersten BIM-Projekt noch nicht im Blick hatte. Ein BIM-Manager kann unterstützend beigezogen werden, allerdings kann er die Faktoren nicht selbst festlegen.
Welche Datentiefe soll das Modell ausweisen? Sollen am Realisierungsende alle Produkte im BIM eingelesen werden, damit sie z.B. für den Betrieb und den Unterhalt nachschlagbar sind?
Empfehlenswerter scheint mir Produktelisten nur als Datenblatt im 3D-Modell zu verlinken. So sind zukünftige Anpassungen einfacher zu bewerkstelligen.
Ein meist herausforderndes Thema ist zu Projektbeginn bereits zu wissen, welche Daten für den Betrieb in welcher Form benötigt werden. Diese Frage ist bis spätestens im Bauprojekt zu beantworten.
Meine Empfehlung ist es diese Funktion einer vom Projekt Team unabhängigen Person zuzuweisen. Sie kümmert sich um das Aufsetzen der Datenoberfläche, den Zugriffsrechten und IT-technischen Belange des BIM-Projekts. Architekten und Fachplaner sollen sich auf ihre büro-internen BIM-Arbeiten beschränken und über die Plattform kommunizieren.
Grundlage für das Aufsetzen sollen Gespräche aller Projekt-Beteiligten sein, wie zusammen gearbeitet werden soll. Damit wird das BIM-Projekt anschliessend auch gelebt.
Bevor des BIM-Projekt im Detail aufgesetzt wird, ist es sinnvoll, Klarheit darüber zu verschaffen, wie die Zusammenarbeit aussehen soll. Ziel soll es sein, dass BIM die Zusammenarbeit erleichtert und nicht durch BIM eine Vorgehensweise aufgezwungen wird, gegen deren Umsetzung sich dann viele wehren.
Weiter ist zu klären, welche Projekt-Teilnehmer, das BIM in welcher Tiefe benützen möchten. Wird das Modell z.B. zur Berechnung von Flächen und Volumen benutzt oder soll es auch Grundlage zu einer Kostenschätzung oder Kostenvoranschlag dienen?
Dabei ist es von Vorteil, sich Gedanken zu machen, wie die Daten von später zugezogenen Unternehmern verwendet werden können.
BIM ermöglicht eine grosse Breite von Möglichkeiten. Die Herausforderung besteht darin so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich im Modell umzusetzen. So kann es durchaus Sinn machen, Konstruktionsdetails im Allgemeinen weiterhin als 2D-Skizzen zu verarbeiten, die mit dem 3D-Modell verlinkt werden und nicht alle Details im 3D-Modell umzusetzen. Je einfacher das Modell, desto eher wird es genutzt und wird der Mehrwert sichtbar.
Ergänzungen und Erfahrungen nehme ich gerne entgegen und würde in einem Folgebeitrag veröffentlichen.